Wie Selbstmitgefühl unsere Haltung gegenüber anderen beeinflusst – was eine neue psychologische Studie zeigt

Wie Selbstmitgefühl unsere Haltung gegenüber andere beeinflusst - was eine neue Psychologische Studie zeigt.

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Viele Menschen kennen eine sehr kritische innere Stimme. Wenn etwas nicht gelingt, reagieren wir oft mit Selbstvorwürfen oder Härte gegenüber uns selbst. Selbstmitgefühl bietet einen anderen Weg: einen freundlicheren, verständnisvolleren Umgang mit den eigenen Schwierigkeiten.

Doch Selbstmitgefühl wirkt nicht nur nach innen. Neue psychologische Forschung zeigt, dass unsere Haltung zu uns selbst auch unsere Beziehung zu anderen Menschen beeinflussen kann.

Eine aktuelle Studie legt nahe, dass Menschen mit mehr Selbstmitgefühl häufig auch mehr Empathie für andere entwickeln – und dadurch offener und verständnisvoller auf ihre Mitmenschen reagieren.

Was bedeutet Selbstmitgefühl?

Selbstmitgefühl bedeutet, sich selbst mit Freundlichkeit, Geduld und Verständnis zu begegnen – besonders in Momenten, in denen wir leiden, Fehler machen oder uns überfordert fühlen.

In der psychologischen Forschung werden meist drei Aspekte unterschieden:

  • Selbstfreundlichkeit statt Selbstkritik

  • Gemeinsames Menschsein – das Bewusstsein, dass Schwierigkeiten zum Leben dazugehören

  • Achtsamkeit, um Gefühle wahrzunehmen, ohne von ihnen überwältigt zu werden

Viele Studien zeigen, dass Menschen mit mehr Selbstmitgefühl häufig weniger Stress erleben, emotional stabiler sind und besser mit schwierigen Situationen umgehen können.

Neue Studie: Selbstmitgefühl und Empathie hängen zusammen

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Fachjournal Mindfulness, untersuchte den Zusammenhang zwischen Selbstmitgefühl, Empathie und sozialen Einstellungen.

Die Forschenden verwendeten eine sogenannte Netzwerkanalyse, um zu untersuchen, wie verschiedene psychologische Eigenschaften miteinander verbunden sind.

Die Ergebnisse zeigen ein interessantes Muster:

  • Menschen mit höherem Selbstmitgefühl berichten häufiger von Empathie gegenüber anderen.

  • Diese Empathie steht wiederum mit einer geringeren Zustimmung zu stark hierarchischen oder dominanzorientierten sozialen Einstellungen in Verbindung.

Die Studie legt nahe, dass Empathie eine Art Brücke bildet zwischen der inneren Haltung zu uns selbst und unserer Haltung gegenüber anderen Menschen.

Warum Selbstmitgefühl auch unsere Beziehungen verändern kann

Wenn wir lernen, mit unseren eigenen Schwächen und schwierigen Gefühlen verständnisvoll umzugehen, verändert sich oft auch unser Blick auf andere.

Wir erkennen leichter, dass auch andere Menschen kämpfen, zweifeln oder leiden. Statt vorschnell zu urteilen, entsteht mehr Raum für Verständnis.

Selbstmitgefühl hilft uns also nicht nur dabei, unsere eigene Verletzlichkeit anzunehmen, sondern auch die Verletzlichkeit anderer Menschen wahrzunehmen.

Selbstmitgefühl ist keine Selbstbezogenheit

Manchmal wird Selbstmitgefühl missverstanden – als etwas Egoistisches oder Selbstbezogenes.

Die Forschung zeigt jedoch eher das Gegenteil. Wenn wir lernen, freundlich mit uns selbst umzugehen, haben wir oft mehr innere Ressourcen, um auch anderen Menschen mit Mitgefühl zu begegnen.

Selbstmitgefühl kann deshalb eine wichtige Grundlage für Empathie, Verbindung und ein menschlicheres Miteinander sein.

Selbstmitgefühl lässt sich entwickeln

Selbstmitgefühl ist keine feste Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Es ist eine Fähigkeit, die wir Schritt für Schritt entwickeln können.

Programme wie Mindfulness-Based Compassionate Living (MBCL) verbinden Achtsamkeit mit gezielten Übungen, um Selbstkritik besser zu verstehen und eine freundlichere innere Haltung zu entwickeln.

Viele Menschen erleben dadurch nicht nur mehr Freundlichkeit gegenüber sich selbst, sondern auch mehr Mitgefühl und Verständnis im Umgang mit anderen.


Einladung zum Online-Mitgefühlskurs

Wenn dich dieses Thema anspricht und du Selbstmitgefühl praktisch vertiefen möchtest, beginnt bald mein nächster Online-Kurs:

Mindfulness-Based Compassionate Living (MBCL)

🗓 Start: 16. März
🕗 Zeit: 20:00 Uhr
💻 Ort: Online

In diesem Kurs lernst du Schritt für Schritt, wie du mit deiner inneren kritischen Stimme umgehen kannst und mehr Freundlichkeit und Mitgefühl in deinem Alltag entwickelst.

Weitere Informationen findest du auf meiner Website:
https://www.deirdre-kay.com/mbcl-kurs


Quelle: Juberg, M., & Beloborodova, P. (2024). Empathy as the critical link between self-compassion and social dominance orientation. Mindfulness.